Wirtschaftswachstum und Zuwanderung
Folgende Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Netto-Zuwanderung in der alten BRD. Der Zeitraum ist bewusst nach den großen Anwerbewellen der Gastarbeiter gewählt. Es wird ersichtlich, dass Zuwanderung trotz Anwerbestopp (1973) im Rahmen wirtschaftlicher Entwicklungen erfolgte. Die ersten ausländischen Männer wanderten im Zuge der Gastarbeiteranwerbung ein (1959-1972: 2,3 Mio) und holten in den 70ern und 80ern ihre Familien nach. Politische Entscheidungen, wie das 1983 verabschiedete „Gesetz zur Förderung der Rückkehrbereitschaft“, hatten hingegen nur kurzfristige Effekte.
In den 90ern setzte sich der Trend fort. So kam es im Zuge der Rezession 1993 zu einer Halbierung der Netto-Zuwanderung nach Deutschland von 600.000 auf 300.000 pro Jahr und im Rahmen der wirtschaftlichen Belebung mit einem Jahr Verzögerung zu einem erneuten Anstieg. Einzige Ausnahmen bilden die Jahre 1997 und 1998, durch die Rückführung vieler Bürgerkriegsflüchtlinge aus Ex-Jugoslawien.
(Daten: Statistisches Bundesamt) Insgesamt lässt sich sagen, dass im Zuge von Wirtschaftsaufschwüngen mit einem Jahr Verzögerung die Netto-Zuwanderung ansteigt und 1% Wirtschaftswachstum etwa 100.000 neue Zuwanderer bedeutet. |